Mindestlohn

Wirtschaft
Wer Vollzeit arbeitet, muss davon auch seinen Lebensunterhalt bestreiten können. Weil die Realität in Deutschland vielerorts anders ist – auch bei uns mit den hohen Mieten und hohen Lebenshaltungskosten – brauchen die Menschen entsprechende Löhne und Gehälter. Aber warum überlässt man die Entscheidung über den Mindestlohn nicht den Tarifpartnern, die dafür einen Auftrag haben?

Warum mischt sich die Politik in diese Frage ein?

Die Anhebung des Mindestlohns verschafft im Niedriglohnsegment einen kräftigen Sprung von brutto 1.700 Euro auf rund 2.100 Euro. Davon profitieren etwa 6 Millionen Beschäftige in Deutschland, in erster Linie Frauen und viele Menschen in Ostdeutschland.

 

Die andere Seite dieser Medaille sind die vielen meist kleineren Betriebe, deren Lohnkosten massiv steigen. In der öffentlichen Debatte wird weitgehend übersehen, dass die Anhebung des Mindestlohns auch Auswirkungen auf die weiteren Stufen eines betrieblichen Gehaltsgefüges hat. Um die gewünschten Abstände zwischen Lohngruppen nicht zu verwässern, muss auch oberhalb des Mindestlohns etwas getan werden. Hinzu kommen die steigenden Energiekosten, die Verteuerung der Lebensmittel, die hohe Inflation insgesamt. Die Lohnkosten werden also erheblich steigen, die Preise springen weiter in die Höhe.
In einzelnen Branchen verursacht der neue Mindestlohn erhebliche Probleme, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Es ist mehr als fraglich, ob die höheren Lohnkosten und die somit steigenden Verkaufspreise von den Verbrauchern akzeptiert werden und akzeptiert werden können. Wenn sie statt regionalen Produkten dann Importobst und Importgemüse kaufen, verlieren einheimische Bauern ihren Markt und ihre Existenz. Für diese Branche, in der jeder zweite fremdbeschäftigte Mitarbeiter eine Saisonarbeitskraft ist, hätte man ohne Weiteres pragmatische Ausnahmen machen können. Dadurch wären diese Arbeitskräfte sicher nicht weniger motiviert gewesen, in den Weinbergen und auf den Feldern bei der Ernte zu helfen.
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